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Wegbegleiter August - Die Freiheit der Demütigen

Wegbegleiter August - Die Freiheit der Demütigen

Wegbegleiter

Gott widersteht den Hochmütigen,
aber den Demütigen gibt er Gnade.
1.Petrus 5,5

Die Freiheit der Demütigen

Demut steht nicht hoch im Kurs. Das klingt nach kriecherischem Untertanentum, feiger Anpassung an die Verhältnisse und mangelndem Selbstbewusstsein. Ein aufrechter, mutiger Mensch ist nicht demütig und macht sich nicht freiwillig klein. Er geht erhobenen Hauptes und nicht mit gebeugtem Rücken durchs Leben. Kein Wunder, dass man bei einer solchen Sichtweise mit Demut nur wenig anfangen kann.
Die Demut, von der in der Bibel die Rede ist, ist eine Eigenschaft, die vor Gott angenehm macht, und die im Gegensatz steht zu Hochmut und Selbstüberschätzung. Demut ist die Haltung, die angemessen ist, wenn der Mensch vor Gott tritt. Wahre Demut beugt sich vor dem heiligen Gott, vor der „starken Hand Gottes“, mit der er die Welt regiert. Bei der Demut geht es also um das rechte Verhältnis des Menschen zu Gott und damit zugleich um die rechte Selbsteinschätzung.
Demut hat nichts mit Unterwürfigkeit und Kriechertum zu tun. Es ist eine Einstellung, die ihre Unabhängigkeit daraus gewinnt, dass sie selbstkritisch ist und nicht selbstzufrieden. Solche Menschen vertrauen nicht auf die eigene Kraft und Stärke. Gerade die Einsicht in die eigene Fehlbarkeit bewahrt vor Selbstüberschätzung und führt zu der Erkenntnis, ohne Gottes Gnade nicht leben zu können. Menschen, denen die Tugend der Demut fehlt, haben keinen Zugang zu der Gnade, die frei macht vom Zwang, sich auf Kosten anderer zu behaupten und ständig eigene Stärke demonstrieren zu müssen.
Ein Herz, das sich in Demut Gott zuwendet, befähigt zum aufrechten Gang und zum mutigen Eintreten für die Wahrheit.

Photo by Liane Metzler on Unsplash