Der Anker, der wirklich hält (Hebr 6,19)
„Die Hoffnung haben wir als einen sicheren und festen Anker unsrer Seele.“
Jeder Mensch lebt von Hoffnung. Auch der, der Gott vergessen hat. Die Frage ist nicht, ob wir hoffen, sondern worauf. Die meisten Anker sind unsichtbar: Erfolg, Anerkennung, Kontrolle, ein gelingendes Leben. Sie geben Ruhe – solange das Wasser still ist. Unsere Anker gleichen in ihrer Wirkung meist bunten Ballons. Sie (er)heben uns vielleicht kurz, dass wir uns gut fühlen, aber sie halten nicht, wenn der Sturm kommt.
Denn früher oder später kommt Bewegung. Schuld, die nicht verschwindet. Angst, die sich nicht wegdenken lässt. Die leise Ahnung, dass wir uns selbst nicht genügen. Dann zeigt sich, was unsere Hoffnung wert ist. Viele Anker halten nur bei gutem Wetter.
Die Bibel spricht von einer Hoffnung, die anders ist. Sie ist kein Gefühl und keine innere Stärke. Sie ist ein Anker, der außerhalb von uns greift. „Hinter dem Vorhang“, bei Gott selbst. Dort, wo wir nicht hinkommen. Dort ist Jesus Christus.
Deshalb kam Jesus. Doch die Warheit ist unbequem:Zwischen Gott und uns steht echte Schuld. Nicht nur Schwäche, sondern Trennung. Wir können sie nicht überbrücken. Darum kam Christus. Am Kreuz trägt er, was uns von Gott trennt. In der Auferstehung öffnet er den Weg. Unsere Hoffnung heißt nicht: Ich halte mich. Sie heißt: Ich werde gehalten.
Vielleicht ist das der Moment, ehrlich zu werden. Vielleicht hält dein Anker nicht mehr. Dann ist das kein Ende. Es ist eine Einladung.
Kehre um. Lass los, was dich nicht trägt. Vertraue dich Jesus Christus an.
Der Anker der Seele ist nicht etwas.
Er ist jemand.
Euer Jiannis